No. 28 - Über das Zielbild
- Julia Binsack

- 11. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Vor einigen Tagen bat mich der Tagesspiegel, die aktuellen Wahlplakate in Berlin zu analysieren. Was funktioniert kommunikativ? Was kommt bei Wählerinnen und Wählern an?
Ein gelungenes Wahlplakat muss in wenigen Sekunden vermitteln, wer wirbt und wofür eine Partei oder ein Kandidat steht.
Im besten Fall beantwortet es eine einfache Frage: Warum soll ich euch wählen? Meine Analyse im Tagesspiegel finden Sie hier
Die grundsätzlichere Frage dabei lautet: Was ist die Aufgabe politischer Kommunikation?
Politische Macht ist kein Selbstzweck. Menschen übertragen Macht mit ihrem Stimmzettel an andere Menschen in der Erwartung, dass sie dazu genutzt wird, ihr Leben und das Zusammenleben in einer Gesellschaft zu verbessern. Das ist Kernversprechen und Auftrag der Demokratie. Es muss in politischer Kommunikation mitschwingen. Das klingt selbstverständlich. Kommunikativ ist es das erstaunlich oft nicht.

Wo wollen wir hin? Was soll besser werden? Etwas abgehoben heißt das dann „Zielbild“.
Ein gutes Zielbild zeigt, wie eine bessere Zukunft aussehen könnte und warum es sich lohnt, sich auf den Weg dorthin zu machen. Auch dann, wenn dieser Weg möglicherweise kurzfristig mit Nachteilen verbunden ist. Wenn das glaubwürdig vermittelt wird, kann es Zuversicht und Vertrauen erzeugen.
Ein gutes Zielbild zeigt, wie eine bessere Zukunft aussehen könnte.
Wir alle können aus gelungener politischer Kommunikation etwas ableiten. Menschen interessiert nicht nur, was wir tun. Sie wollen wissen, was unser Handeln für sie bedeutet.
Das kann ein Leitstern für gelungene Kommunikation insgesamt sein. Wer überzeugen will, sollte nicht nur das eigene Vorhaben erklären, sondern die Perspektive wechseln: Was bedeutet das für mein Gegenüber? Was wird für ihn oder sie dadurch besser?
So nehmen Sie andere Menschen mit.
Das gilt für Wahlplakate genauso wie für Präsentationen, Veränderungsprozesse oder ein Gespräch mit dem eigenen Team. Zeigen Sie, wo Sie hinwollen – und warum es sich lohnt, in diese Richtung aufzubrechen.



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